Über den Paso San Francisco gelangen wir nach Chile. Der argentinische Zoll liegt ca. 24 km vor der Passhöhe (Landesgrenze), der chilenische hingegen 120 km (!) nach der Grenze. Auf diesen 120 km geht es stetig aufwärts und unser Iveco schaltet in den Notlauf - sprich: der Dieselpartikelfilter ist verstopft und das Fahrzeug quält sich den Berg hoch. Das passiert nicht zum ersten Mal, beim Balcon de Pisis (siehe letzter Eintrag) war das ebenso.
Beim Runterfahren fährt Fritz hochtourig und der Filter lässt sich so wieder ausbrennen. Wir kommen gut in Copiapo an ohne eine Garage aufsuchen zu müssen.
Aber: Diese Dieselpartikelfiltergeschichte stimmt uns nachdenklich und beeinflusst unsere weitere Route. Bolivien mit seinen hohen Pässen können wir vergessen. Schade, denn von der innenpolitischen Situation her wäre es wieder möglich.
Bild: unterwegs nach Copiapo .jpg)
Unser Übernachtungsplatz:
Laguna Verde unterwegs:Kalte salzige Lagune und warme Süsswasserquelle:Copiapo liegt im südlichen Teil der Atacamawüste. Die Atacamawüste ist 1200 km lang und erstreckt sich entlang der Pazifikküste. Sie ist die trockenste Wüste der Erde. Es gibt Orte an denen jahrzehntelang kein Regen registriert wurde. Südlich von Copiapo erblüht die Wüste in den schönsten Farben etwa alle 5 Jahre nach Regenfällen im August. Wenn die Pracht vorbei ist, schlummern die Samen weitere 5 Jahre im Sand bevor sie wieder erwachen.Dieses Wunder der Natur durften wir erleben:
Da wir den Süden Chiles und Argentiniens im Jahr 2019 bereist haben, entschliessen wir uns nach Norden zu fahren. Wir fahren zuerst dem Pazifik entlang durch einsame Gegenden mit wunderschönen Schlafplätzen. Die Temperatur des Wassers wir von Fritz natürlich schwimmend getestet.
An der Küste liegt auch der Parque "Pan de azucar". Hier gibt es ein paar Wanderwege welche wir natürlich unter die Füsse nehmen.
Nun fahren wir wieder landeinwärts nach "San Pedro de Atacama". Diese Wüstenoase liegt auf 2407 m und ist Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen zu Lagunen, Salzpfannen, Geysiren und Vulkanen. Der Weg dorthin ist gesäumt von viel Minentätigkeit: Silber, Kupfer, Sulfur, Gold werden hier im grossen Stil abgebaut. Tiefe "Löcher", viele Lastwagen, viel Staub - kein schönes Bild.
Schöne Schlafplätze zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit - so begnügen wir uns mit dem was möglich ist:
Neben der Minentätigkeit gibt es noch eine andere unschöne Seite:
Am Schlimmsten ist der Dreck in der Nähe von Dörfern. Es scheint zwar teilweise eine Abfallentsorgung zu geben, sogar PET - Sammelstellen haben wir gesehen, aber die Lastwagen kippen das Ganze dann einfach irgendwo in die Wüste - es wird auch keine Grube ausgehoben. Der Wind verteilt dann die Teile wieder, sodass Sträucher aus der Distanz aussehen, als hätten sie Blüten - in Wirklichkeit sind es jedoch irgendwelche Plastikfetzen. Im Norden der Wüste liegen auch die Altkleiderberge, Reste von den importierten Altkleidern aus den USA, Asien und Europa. Die Kleider werden hier verkauft. Was sich nicht verkaufen lässt, landet in der Wüste.
In San Pedro de Atacama quartieren wir uns auf einem Campingplatz ein. Wir haben diese Wüstenoase vor 20 Jahren schon einmal besucht. Damals gab es 3 - 4 Büros welche Touren anboten. Jetzt sind es geschätzte 50.
Wir besuchen die Tatio Geysire, das höchstgelegene Geysirfeld der Welt - es ist magisch!
Und wir besteigen den Vulkan "Toco":
Ein chilenisches Observatorium am Fuss der Toco - in Sichtnähe befindet sich noch eines von China
Nach der Besteigung des Toco liebäugeln wir mit der Besteigung des "Licancabur" 5916m üM.
Doch zuerst braucht es noch etwas Höhen - und Fitnesstraining:
Wir buchen die zweitägige Tour bei einem Guide. Es sind noch zwei andere mit von der Partie: Max aus Deutschland und Nik aus der Schweiz.
Wir fahren ins Basislager auf 4400müM. um dorthin zu gelangen muss ein 5500 m hoher Pass überwunden werden. Die Strasse zum Basecamp ist ein schmaler "Feldweg". Teilweise überwinden wir schwierige Stellen im Schrittempo und zentimetergenauer Lotsung.
Am zweiten Tag laufen wir mit viel Verspätung los. Unser Führer scheint es nicht eilig zu haben. Er läuft im Schneckentempo und bleibt immer wieder stehen, so dass ein guter Gehrhythmus unmöglich ist. Irgendwann fragt er, ob das Tempo gut sei. Ich wage zu äussern, dass er etwas schneller laufen dürfe. Daraufhin entledigt er sich seiner warmen Kleidung und spurtet los. Wir vier Gäste schauen uns verdutzt an - keiner von uns hat eine Chance ihn einzuholen. Wir müssen den Weg im steilen Geröll mit den grossen Steinbrocken selber suchen. Wenn der Guide dann mal wartet, fragt er ob wir noch weiter wollen, alle bejahen und daraufhin spurtet er wieder los. Das wiederholt sich ein paarmal. Um 11 Uhr auf 5700 m Höhe meint er dann es sei Zeit zum umkehren, sonst würde es zu spät werden.
Schade, es hinterlässt den Verdacht, dass der Guide das so geplant hatte damit er früher wieder zu Hause ist. Die beiden jungen Männer erzählen uns dann, dass er ihnen gesagt hatte, dass mehr als die Hälfte den Gipfel nicht erreichen würden - kein Wunder...
Doch allen Widrigkeiten zum Trotz, die wunderschöne Natur hat uns entschädigt:
Wir verlassen San Pedro zuerst wider zurück nach Calama, dann nordwärts . Sand, Steine, Staub, wilde Schluchten säumen den Weg bis nach Arica, die nördlichste Stadt in Chile. Hier bleiben wir zwei Nächte:
auch hier, mitten in der Wüste erwartet man Weihnachten..
wir entdecken einen Hundefriedhof: Die Grenze zu Peru liegt nur ein paar Kilometer weiter. Wir kochen unser Gemüse und verarbeiten die Äpfel zu Öpfelschnitzli - es dürfen kein rohes Gemüse, keine Früchte, keine Eier, keine Nüsse mitgenommen werden.
Wir sind gespannt auf Peru und auch ein bisschen unsicher wegen den Höhen - was liegt drin mit unserem Bluemonster ohne dass etwas kaputt geht - und da ist auch noch die Regenzeit in den Bergen...wir werden sehen!
Immer wieder super spannend eure Reisedokumentation zu lesen und die Fotos zu bestaunen. Ich wünsche euch weiterhin viel Glück, Freude und schöne Erlebnisse. Ganz liebe Grüsse Heinz und Brigitte
AntwortenLöschenDanke für die guten Wünsche - schön, dass unser Blog gelesen wird!
LöschenAuch ich bin mega begeistert von den Reisenberichten.Weiterhin gute Fahrt mit ämänä liäbä Grüässli und än dickä Knuddel Euri Elisabeth
AntwortenLöschenHey Mega tolle Berichte, witerhin alles alles Gueti hebed Eu Sorg. Liebi grüess Eu 2 😘😘Ria
AntwortenLöschenKnuddel und Küsschen zurück! Hebäd eu au Sorg!!
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