Montag, 22. September 2025

Eine Prise Brasilien

Am 25. August überqueren wir in San Antonio de Sudoeste die Grenze zu Brasilien. Die Zollbeamten können hier unsere Pässe abstempeln, das Papier für das Wohnmobil müssen wir 30 km südlich an einem grösseren Zoll abholen. Das tun wir dann am darauffolgenden Tag.

Die erste Übernachtung hier in Brasilien wir eine bleibende Erinnerung sein: Wir hatten einen Passanten (Lauro) gefragt, ob wir wohl hier für eine Nacht parkieren dürfen (hier = Grünanlage im Dorf). Lauro weiss es nicht, fragt jemanden, dieser telefoniert - die Antwort lautet: "Leider nein." Kein Problem, wir suchen uns etwas anderes. Kurz danach klopft Lauro an unsere Tür und begleitet uns zu einem Bekannten von ihm - Polito - dieser besitzt einen Töfftreff mit Park und Clubhaus und freut sich sehr, Leute aus der Schweiz bei sich zu haben. Er öffnet extra für uns sein Gelände. Danach gibt es ein Fotoshooting für seine Facebookseite.



Lauro, Fritz, Polito, Raquel


Tochter Natalia und Polito


Nachdem wir das Papier für das Fahrzeug abgeholt haben geht es Richtung Osten.
Die ersten 130 km sind furchtbar mühsam: Extrem viele Schlaglöcher, ein Lastwagen am andern und waghalsige Automobilisten.
Wir sind fahren drei Tage, immer gemütlich mit langen Pausen und nie den ganzen Tag. In Bom Retiro 1100 müM., einem kleinen Bergdorf machen wir zwei Tage Pause und tauschen das Womo mit den Fahrrädern.



Unser Ziel, die Insel da Santa Catarina erreichen wir am 30. August. 
Hier geniessen wir Spaziergänge am Meer und wandern durch den Urwald. Die Natur hier ist unglaublich üppig.





 








Ein besonderes Highlight auf einer Küstenwanderung ist die Sichtung von Delfinen - vor lauter Staunen vergassen wir zu fotografieren..



wir beobachten Fischer bei dieser speziellen Fangtechnik:

und lassen es uns gut gehen in dem Beizli am Strand mit besonderer Tapezierung:




An einem Regentag fahren wir mit dem öffentlichen Bus in die Hauptstadt der Insel: Florianapolis

Unser Weg führt uns in ein Optikergeschäft um ein zerbrochenes Brillengestell ersetzen zu lassen. Hier kriegen wir statt eines neuen Gestells die Adresse eines "Brillendoktors". Er flickt das Gestell mit Laser. Im gleichen Gebäude gibt es einen Flickshop für Handys, einen für Uhren, einen für Computer und beim Schneider lässt Fritz spontan seine Hose flicken.

und so kauft man hier ein.....eine mitgebrachte Einkaufstasche?? Wozu denn??


Wir verlassen die Insel und fahren Richtung Süden an die Praia do Rosa und Praia do Luz. 
An diesen Stränden bleiben wir je 4 und 3 Nächte.

Platz an der Praia do Rosa. Hie parkieren tagsüber viele Surfer und stürzen sich ins Wasser..

Platz an der Praia do Luz:


Tagsüber wandern wir der Küste entlang und halten Ausschau nach Glattwalen. 



Jedes Jahr im September kommen die Weibchen in diese Buchten um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen. Nach einer einjährigen Tragzeit bringt das Weibchen ein grosses Kalb zur Welt, das dann vier bis sechs Monate gesäugt wird und schnell wächst.















Mitte September verlassen wir die Küste und brechen auf. Unser Ziel: Die Anden. Dort wollen wir den Frühling und den Sommer verbringen. Von Brasilien haben wir nicht einmal einen Stecknadelkopf gesehen im Vergleich zu diesem riesigen Land welches fast die Hälfte der Fläche Südamerikas einnimmt und  207 Mal grösser als die Schweiz ist. Aber, uns zieht es Richtung Westen...







Montag, 1. September 2025

Argentinien Nordosten August 2025

Vorneweg eine Anmerkung zur Schreibweise: Die Leserinnen und Leser verzeihen bitte das Weglassen von jeglichen Zusatzzeichen über den Buchstaben - es gibt so viele in der spanischen und portugisischen Sprache...😱

Am 09. August verlassen wir Uruguay und fahren in Salto über die Brücke des Rio Uruguay nach Argentinien. (Die Grenze verläuft in der Mitte des Flusses).

 


Von da aus geht es nordwärts nach Mercedes - für uns: Die Stadt der streunenden Hunde.
Die Menschen hier in Argentinien begegnen uns genauso freundlich wie vorher in Uruguay. Zwei Dinge jedoch fallen sofort auf: Die Autos sind nicht so herausgeputzt und die Supermärkte scheinen auf den ersten Blick voll, jedoch ist die Auswahl an Produkten viel, viel kleiner. Oft gibt es ein ganzes Regal voll mit den gleichen Teigwaren oder Ölflaschen - wo man vorher in Uruguay mehrere Marken zur Auswahl hatte. Argentinien hat in den letzten Jahren eine gewaltige Inflationswelle erlebt. Vieles hat sich massiv verteuert und die Beschaffung wurde schwieriger.


In Mercedes lassen wir unsere Reservegasflasche befüllen:


 
Von Mercedes aus machen wir uns auf den Weg zum zweitgrössten Feuchtgebiet Südamerikas:
"Ibera" übersetzt: glitzerndes Wasser.
Ibera ist 20`000 km2 gross (zum Vergleich: Die Schweiz 41`285 km2)
Seit 1982 ist ein Teil des Feuchtgebietes provinzielles Schutzgebiet (etwa 13`000 km2)
Es ist die Heimat einer grossen Artenvielfalt - hier leben Wasserschweine (das sind Nagetiere, keine Schweine), Kaimane, Schlangen, Frösche, Ameisenbären, mehrere Hirscharten und etwa 350 Vogelarten. Auch der durch Wilderei ausgestorbene Jaguar ist wieder zurück.

In Carlos Pellegrini befindet sich der offizielle Parkeingang. Hier gibt es ein paar kleine Hotels, einfache kleine Läden und zwei Campingplätze.

Von Mercedes kommend sind die ersten 60 km Strasse asphaltiert, die zweiten 60 km Naturstrasse.

    
































Ganz leise schippert uns Mario durch die Lagune......






.........bis es dunkel wird


Um von Ibera weiter zu gelangen wählen wir die Strasse Richtung Norden entlang des Feuchtgebietes - wie sich herausstellt: Eine sehr tief eingefurchte Erdstrasse - wir sind dankbar, dass nach etwa der Hälfte der 100 km eine Strasse rechts abzweigt. Diese ist zwar auch nicht asphaltiert aber wenigstens fahrbar!

In Ituazingo am Rio Parana lassen wir unser mit rotem Sand bedecktes Fahrzeug - es sieht aus wie ein grosszügig mit rotem Puderzucker bestreuter Kuchen - waschen.
Hmmm - Wasser in Verbindung mit Strom...

Ituazaingo: Sonntagnachmittag an der Promenade.. ein Spiel: Wer macht den lautesten Krach?:

Duschen auf dem Campingplatz: Flipflop an die Füsse und keine Berührung mit irgendwas anderem als dem eigenen Handtuch.. 

Nachdem das Auto und unsere Kleider gewaschen sind machen wir uns auf den Weg nach Iguazu. Dies liegt in der Provinz Missiones ganz im Nordosten Argentiniens. Unterwegs übernachten wir einmal in San Ignacio. Hier steht eine der unter Unesco Welterbe stehenden ehemaligen Jesuitenmissionen (resp. die Ruinen davon). Die Missionen wurden in den 1700 er Jahren in dieser Region errichtet. Hier wurden die einheimischen Menschen vom Stamm Guarani zum Christentum bekehrt.


 


Ein zweiter Übernachtungsort ist in Eldorado auf einem wunderschönen Platz mit Wasser, Feuerstellen und WC-Anlagen von der Gemeinde gratis zur Verfügung gestellt:

Weiter geht`s: Die Landschaft ist sehr vielfältig sanfte Hügel, Bambuswälder, Felder und Plantagen auf denen Maniok und Papaya angebaut werden. Sie gedeihen hier in der für die Region charakteristischen rotbraunen Erde. Die Provinz Missiones ist auch Haupterzeuger von Mate, dem argentinischen Nationalgetränk..
Plötzlich: Irgendwo vor einem kleinen Dorf werden alle Autos gestoppt. Wir stehen über eine Stunde. Der Grund: Eine friedliche Protestaktion der Lehrer gegen die schlechten Arbeitsbedingungen unter der Regierung Milei.


In Porto Iguazu angekommen, müssen wir uns zuerst an die Temperaturen gewöhnen 27 Grad am ersten, 34 Grad am zweiten Tag. Um die Wasserfälle zu besuchen stehen wir um 6.00 Uhr auf und radeln die 20 km zum Eingang des Nationalparks.


Die Iguazu - Wasserfälle werden zu den sieben Weltwundern gezählt. Sie gehören wohl zu den eindrücklichsten Naturschauspielen unserer Erde -eine Kette von Wasserfällen die sich über beinahe 3 km erstreckt.
Auch die Landschaft rund um die Fälle ist spektakulär der grösste Teil ist Regenwald.

Hier ein paar Eindrücke:
















Wir haben in unseren Leben ja schon einige Wasserfälle gesehen, aber Iguazu stellt wirklich alles in den Schatten!



Wir hatten grosses Wetterglück - die zwei folgenden Tage hat es pausenlos geregnet und wir haben uns die City angeschaut und waren dankbar ein so tolles Fahrzeug zu haben in dem es kein Problem ist "zuhause zu hocken".

Nach den zwei Regentagen sind wir losgefahren Richtung Brasilien.