Am 25. August überqueren wir in San Antonio de Sudoeste die Grenze zu Brasilien. Die Zollbeamten können hier unsere Pässe abstempeln, das Papier für das Wohnmobil müssen wir 30 km südlich an einem grösseren Zoll abholen. Das tun wir dann am darauffolgenden Tag.
Die erste Übernachtung hier in Brasilien wir eine bleibende Erinnerung sein: Wir hatten einen Passanten (Lauro) gefragt, ob wir wohl hier für eine Nacht parkieren dürfen (hier = Grünanlage im Dorf). Lauro weiss es nicht, fragt jemanden, dieser telefoniert - die Antwort lautet: "Leider nein." Kein Problem, wir suchen uns etwas anderes. Kurz danach klopft Lauro an unsere Tür und begleitet uns zu einem Bekannten von ihm - Polito - dieser besitzt einen Töfftreff mit Park und Clubhaus und freut sich sehr, Leute aus der Schweiz bei sich zu haben. Er öffnet extra für uns sein Gelände. Danach gibt es ein Fotoshooting für seine Facebookseite.
Lauro, Fritz, Polito, Raquel
Tochter Natalia und Polito
Nachdem wir das Papier für das Fahrzeug abgeholt haben geht es Richtung Osten.
Die ersten 130 km sind furchtbar mühsam: Extrem viele Schlaglöcher, ein Lastwagen am andern und waghalsige Automobilisten.
Wir sind fahren drei Tage, immer gemütlich mit langen Pausen und nie den ganzen Tag. In Bom Retiro 1100 müM., einem kleinen Bergdorf machen wir zwei Tage Pause und tauschen das Womo mit den Fahrrädern.
Unser Ziel, die Insel da Santa Catarina erreichen wir am 30. August.
Hier geniessen wir Spaziergänge am Meer und wandern durch den Urwald. Die Natur hier ist unglaublich üppig.
Ein besonderes Highlight auf einer Küstenwanderung ist die Sichtung von Delfinen - vor lauter Staunen vergassen wir zu fotografieren..
wir beobachten Fischer bei dieser speziellen Fangtechnik:
und lassen es uns gut gehen in dem Beizli am Strand mit besonderer Tapezierung:
An einem Regentag fahren wir mit dem öffentlichen Bus in die Hauptstadt der Insel: Florianapolis
Unser Weg führt uns in ein Optikergeschäft um ein zerbrochenes Brillengestell ersetzen zu lassen. Hier kriegen wir statt eines neuen Gestells die Adresse eines "Brillendoktors". Er flickt das Gestell mit Laser. Im gleichen Gebäude gibt es einen Flickshop für Handys, einen für Uhren, einen für Computer und beim Schneider lässt Fritz spontan seine Hose flicken.
und so kauft man hier ein.....eine mitgebrachte Einkaufstasche?? Wozu denn??
Wir verlassen die Insel und fahren Richtung Süden an die Praia do Rosa und Praia do Luz. An diesen Stränden bleiben wir je 4 und 3 Nächte.
Platz an der Praia do Rosa. Hie parkieren tagsüber viele Surfer und stürzen sich ins Wasser..
Platz an der Praia do Luz: Tagsüber wandern wir der Küste entlang und halten Ausschau nach Glattwalen.
Jedes Jahr im September kommen die Weibchen in diese Buchten um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen. Nach einer einjährigen Tragzeit bringt das Weibchen ein grosses Kalb zur Welt, das dann vier bis sechs Monate gesäugt wird und schnell wächst.
Mitte September verlassen wir die Küste und brechen auf. Unser Ziel: Die Anden. Dort wollen wir den Frühling und den Sommer verbringen. Von Brasilien haben wir nicht einmal einen Stecknadelkopf gesehen im Vergleich zu diesem riesigen Land welches fast die Hälfte der Fläche Südamerikas einnimmt und 207 Mal grösser als die Schweiz ist. Aber, uns zieht es Richtung Westen...