Sonntag, 19. Oktober 2025

Argentinien ab Mitte September 2025

Am 14. September haben wir argentinischen Boden betreten. Die ersten 70 km waren ernüchternd: 
Eine alte Strasse bestehend aus Betonplatten welche sich durch Hitze und Nässe verschoben haben, oder gebrochen oder voller Löcher sind.

Zum Glück wird es irgendwann besser und wir sind etwas schneller als nur im Schneckentempo unterwegs. Plötzlich leuchtet am Armaturenbrett das Zeichen "Bremsen kontrollieren" auf.

In Santa Fé finden wir eine Iveco - Garage und unser Gefährt bekommt neue Bremsbacken und einen neuen Anlasser (der hatte auch immer mal wieder Probleme bereitet).


Wir verbringen den Tag in der Garage, schlürfen Kaffee, lesen und schreiben Nachrichten.
Beruhigt kann unserer Reise weiter gehen.

Ab dem 18. September machen wir Pause in "Villa Carlos Paz" einer kleinen Stadt an einem Stausee südwestlich von Cordoba.
Pause heisst Wäsche in die Wäscherei bringen, unser Heim gründlich putzen, Fahrrad fahren, Eis schlemmen, "wandern" (es gibt einen Weg zu einem Hügel mit Kreuz oberhalb der Stadt - unten muss man sich registrieren um die Stunde zum Kreuz zu laufen).


Ausserdem findet gerade das alljährliche Frühlingsfest statt bei dem wir vorbei schauen.

Bild unten: Ein ganz normaler Samstag am See - Man fährt mit dem Auto zum Parkplatz, packt seine Klappstühle und Picknick aus und setzt sich auf die Wiese.


Nach ein paar Tagen Pause fahren wir zum "Parque National Quebrada del Condorito"


Der Parkeingang befindet sich auf 2000 müM. Die Gegend ist sehr imposant. Wir schöpfen das ganze Angebot von möglichen Wanderungen aus. Condore sehen wir jedoch keine.




Unten an der Bergkette liegt das Dorf "Minas Clavero", ein beliebter Ferienort der Argentinier. Hierher kommt man im Sommer um das erfrischende Bad in einem der Bergbäche zu geniessen. Das machen wir natürlich auch, aber es bleibt bei einem "Beinbad".
Von hier aus fahren wir noch einem den Pass hoch - diesmal jedoch per Fahrrad und auf der alten Passtrasse.
Die letzten hundert Höhenmeter bläst der Wind so stark, dass an fahren nicht mehr zu denken ist - versucht man es trotzdem, sorgt der Wind unverzüglich zum Verlust des Gleichgewichts.
Wir steigen ab und schützen unsere Gesichter vor dem herumwirbelndem Sand. 



Schön war es!

Unser nächstes Ziel ist der "Parque National Serra de los Quijades". 



Dort fahren wir mit den Fahrädern die 6 km vom Parkeingang zu den Canyons welche in verschiedenen Oragetönen
leuchten. Am andern Tag stehen wir früh auf und radeln ein zweites Mal hin - die Morgensonne beleuchtet nun die Felsen und die Farben sind viel klarer.






Die erste Begegnung mit Guanacos auf dieser Reise


Als nächstes steuern wir San Juan an. Eine Stadt im westlichen Argentinien, gelegen in einer Oase in einer trockenen steppenhaften Gegend.
Hier gibt es die einzige Tankstelle um fest installierte Gastanks aufzufüllen. Das Gas, welche wir zum kochen und backen brauchen, reicht ca. 3 Monate.
Leider passt der Adapter, den wir haben, nicht. Wir werden von Pontius zu Pilatus geschickt. Am Ende landen wir bei Julio. Er dreht uns das gewünschte Teil. Schon am darauffolgenden Tag können wir es abholen - resp. noch eine Stunde zuschauen bis er fertig ist - typisch - tranquillo, tranquillo... (immer schön mit der Ruhe,,).

San Juan ist uns zu laut, deshalb suchen wir einen Ort ausserhalb wo wir unser Lager aufschlagen. Wir wandern auf den "Cerro tres Marias", den "Cerro Parkinson" und den "Cerro azul", machen eine Wanderung zu Höhlen und umrunden den See per Rad. Hier sind auffällig viele Radfahrer unterwegs - kein Wunder - es sind tolle Strecken mit Aussicht auf Berge und Seen.






 



Privater Weg auf einen Gipfel..ungewohnt..





All diese Wanderungen und Velotouren starten wir früh morgens. Es wird nämlich heiss am Nachmittag:


Hohe Temperaturen gepaart mit warmem Wind. Auf dem Campingplatz hat es einen Pool. Auf die Frage, wann er den gefüllt werde erhalte ich die Antwort: "Im Sommer, wenn es dann 40 - 45 Grad warm ist." (!)

Unser Weg führt uns weiter nach Norden.





In der ehemaligen Minenstadt Chilecito bleiben wir 3 Tage. Hier wurde 1903 und 1904 eine 35 km lange Seilbahn erstellt. Sie führt von der Stadt aus hoch in die Berge zu den Minen von Mejicana auf 4600 m Höhe. Die Bahn wurde von einem Betrieb aus Leipzig geplant und gebaut. Betrieben wurden die Minen von Engländern. Hier wurde bis in die 1920er Jahre Gold, Silber und Kupfer abgebaut. 

Für den Betrieb der Bahn wurde Holz verbrannt: Eine Tonne pro 45 Minuten!



Wir wandern ein Stück Richtung Goldmine entlang des "Rio amarillo" (Gelber Fluss). Der Fluss ist nicht nur gelb, er ist auch immer noch giftig. Denn zum Abbau von Gold werden, neben Unmengen von Trinkwasser, auch Zyanid und Ätzkalk eingesetzt. Das verursacht eine Übersäuerung des Wassers. 

In Chilecito lernen wir Frank und Sylvia kennen. Wir beschliessen und für unser nächstes Ziel, den "Balcon de Pissis" zusammen zu tun.

Auf dem Weg dorthin liegen die Thermen von Fiambala. Sie liegen hoch über dem gleichnamigen Ort zwischen zwei hohen Felswänden. Das Gelände ist sehr schön angelegt. Das 45 Grad heisse Wasser fliesst direkt ins oberste Becken. Durch das Fliessen in die unteren Becken kühlt es etwas ab.
Wir geniessen das Bad im warmen Wasser und das besondere Ambiente diese Ortes.




Ebenso wie die Therme liegt der "Canon del Indios" auf unserem Weg. Wir spazieren durch die Schlucht und lassen die spezielle Landschaft auf uns wirken.









Zum Balcon de Pissis führt eine Schotterstrasse hoch auf 4700 müM. Sie zweigt ab von der R60, welche zum Paso de San Francisco führt.






Kalt und windig war es, aber schöööön!

Frank und Sylvia fahren wieder zurück, Fritz und ich entscheiden uns den Paso San Francisco weiter hoch zu fahren. Wir übernachten nochmal auf 3380 müM. und machen uns am Tag darauf auf den Weg.

Die Landschaft ist unglaublich schön und einmal mehr fühlt es sich an als würde man durch ein riesiges Gemälde fahren.






Auf der Karte ist der Pass mit 4725 müM eingetragen. Unser Garmin sagt etwas anderes


Egal, wir kommen oben an.

 


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