Dienstag, 19. November 2019


"Torres del Paine"

Nach der Rückkehr von den 10 Tagen in der Antarktis sind wir erst einmal beschäftigt mit Alltäglichem - Wäsche in die Wäscherei bringen, einkaufen etc.

In Ushuaia gab es in der Zwischenzeit einen erneuten Wintereinbruch weshalb wir uns entscheiden aufzubrechen.

Im Norden Feuerlands überqueren wir die Grenze nach Chile und verlassen die Insel mit der Fähre von Porvenir nach Punta Arenas.
Fast schwingt ein bisschen Wehmut mit - die Wildheit dieser Gegend hat uns sehr gefallen.

unterwegs nach Porvenir
Hafen in Porvenir
 
 
 
 
In Punta Arenas bleiben wir nicht lange. Weiter geht es nach Puerto Natales, dem Tor zum Nationalpark Torres del Paine.
 
 
Der Park gilt als einer der Schönsten Südamerikas. Die "Torres" (Türme) del Paine ragen senkrecht mehr als 2000m hoch über die patagonische Steppe auf. Diese Granitsäulen sind der Mittelpunkt der Landschaft. Doch das Gebiet hat weit mehr Schönheiten zu bieten: azurblaue Seen, Wanderwege durch smaragtgrüne Wälder, rauschende Flüsse und einen riesigen Gletscher.
Bevor das Gelände 1959 unter Schutz gestellt wurde, gehörte es zu einer grossen Estancia.
Mit 1810 km2 ist der Park grösser als der Kanton Aargau (1404 km2), oder der Kanton Schwyz (908 km2).
1978 wurde der Park Unesco Biosphärenreservat.
 
 
 
 
 
 
 
 
Wer sich im Gebiet bewegt ist gut beraten Kleider für alle vier Jahreszeiten dabei zu haben. Denn das Wetter kann sehr schnell wechseln. Scheint die Sonne mit voller Kraft kann es zehn Minuten später regnen und darauf urplötzlich aufhören und schon wieder lacht die Sonne vom Himmel.
 
 
 
 
Aber vielleicht ist es genau dieses Unbeständige welches einen Teil der Faszination über diese Gegend ausmacht.
 
Die Parkrainger sind sehr freundlich und hilfsbereit. Genau mit dieser Freundlichkeit hat einer mich gebeten, das "Öpfelbütschgi", welches ich ins Gebüsch geworfen hatte, aufzuheben und in Puerto Natales zu entsorgen. Mit dem Hinweis: "in Chile wachsen keine Apfelbäume und das soll auch so bleiben."
Tja, die machen ihren Job gut!
 
Eindrücke von unseren Wanderungen:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach sieben intensiven Wandertagen brechen wir Richtung Nordwesten auf. Wieder überqueren wir die Grenze zurück nach Argentinien. El Calefate ist unser nächstes Ziel:
 
 
 
Endlose Weite unterwegs
 
 
 
El Calefate liegt am türkisblauen  Lago Argentino
 
 
 
 
Hier verweilen wir ein paar Tage um die Eindrücke zu "verdauen", zu Putzen, einen neuen Haarschnitt verpasst zu bekommen und: Auto und Kleider haben Wäsche nötig.....
 
 
El Calafate ist das Tor zum Glacier Perito Moreno. Dieser Gletscher ist 30 km lang, 5 km breit und 60 m hoch. Aussergewöhnlich sind jedoch nicht seine Ausmasse, sondern die Tatsache dass er immer noch wächst. Täglich schiebt er sich bis zu 2 m vorwärts und dabei brechen immer wieder Eisbrocken ab und kalbern im Lago Argentino, dem grössten Süsswassersee Argentiniens.
Es gibt gut ausgebaute Stege von denen aus das Schauspiel beobachtet werden kann.
Das Spannende dabei sind nicht nur die spektakulären Bilder, sondern die Geräusche - lautes Knacksen, Knarren und Krachen ist zu hören. Es ist sehr eindrücklich einen so lebendigen Gletscher zu beobachten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


 

 
 
 
 

 

Montag, 4. November 2019

Antarktis



Die Antarktis liegt fernab von bewohnten Erdteilen am Südpol ist ein Land der Extreme. Nirgendwo herrschen so  niedrige Temperaturen, toben so heftige Stürme, gibt es soviel Eis wie hier (99% der Oberfläche ist mit Eis bedeckt). Nirgendwo ist die Natur unberührter und andersartiger. Die Antarktis ist das letzte grossräumige intakte Ökosystem unserer Erde.

Zweihundert Jahre ist es her, dass die Menschheit den sechsten Kontinent entdeckt und nur wenig mehr als hundert Jahre dass ein Mensch erstmals seinen Fuss darauf setzte.

Die frühen Entdecker und Seefahrer bekamen die herrschenden Naturgewalten noch mit voller Härte zu spüren.

Heute ist es sehr viel einfacher die Antarktis kennenzulernen. Eine solche Reise hat jedoch immer noch den Charakter einer Expedition weil die Wetter- und Eisverhältnisse noch immer unvorhersehbar sind und den Fahrverlauf massgeblich beeinflussen können.

Im Winter liegt ein bis zu 1000 km breiter Meereisgürtel um die Antarktis und macht sie unzugänglich. Am Mitte / Ende Oktober beginnen dann die ersten Schiffe sich dem Kontinent zu nähern.

Es gibt etwas 40 Forschungsstationen verteilt auf dem ganzen Kontinent. Die meisten sind nur im arktischen Sommer besetzt.

 
 
Im internationalen geophysikalischen Jahr 1957 / 58 führte das starke Interesse der Wissenschaft an der Antarktis zu einer erfolgreichen und interdisziplinären Zusammenarbeit. Dies setzte auch politische Verhandlungen in Gang. Im Jahr 1959 kam es zum Abschluss des Arktisvertrages. Darin einigten sich die Unterzeichner auf eine friedliche Nutzung sowie auf eine freie internationale Zusammenarbeit in der Forschung mit ungehindertem Informationsaustausch. Auch der Schutz von Flora und Fauna, Schutz der Robben und Schutz der lebenden Meeresschätze gehören dazu. Inzwischen ist der Vertrag von über 40 Nationen unterzeichnet. Die Schweiz unterzeichnete 1990.
 
Nach langem Tauziehen kam es im Jahr 1991 zum Abschluss eines Umweltschutzprotokolls. Die Vertragspartner verbieten darin den Abbau von Rohstoffen für mindestens 50 Jahre, Das Ziel, ein Weltpark Antarktis zu gründen, ist noch nicht erreicht.
 
Die Schiffe, welche Touristen in die Antarktis bringen unterliegen klaren Bestimmungen. Das Ziel ist ja, die Menschen für den Schutz zu sensibilisieren und nicht die Antarktis in einen Rummelplatz zu verwandeln.
 
 
Am 20. Oktober klappern wir einige Reisebüros in Ushuaia am und buchen einen 10 Tage dauernden "Trip" in die Antarktis.
Wir können dem guten Angebot nicht widerstehen - die Vorfreude ist gross!
 
Wir fahren mit "Albatros Expeditions" eine dänische Firma, eingetragen auf den Bahamas.
 
Das Schiff mit dem wir fahren ist die "Ocean Atlantic". Sie bietet Platz für 190 Gäste. Auf dieser ersten Fahrt diesen Frühling sind es jedoch nur etwa 130.
 
 
Neben der Crew, welche das Schiff wartet und bewegt gibt es eine zahlenmässig grosse Hotelcrew und ein Expeditionsteam bestehend aus 25 Personen. Die Menschen an Bord kommen von allen Ecken der Welt.
 
 
Eine Nacht und zwei Tage dauert die Überfahrt bis zu den Südshetlandinseln welche der antarktischen Halbinselvorgelagert sind. Sie sind unser erstes Ziel.
 
 
Unterwegs werden wir über das Verhalten in den Zodiacs (stabiles Schlauchboot) und das Verhalten an Land aufgeklärt. Es gibt kalre Regeln wie nahe wir den Tieren kommen dürfen.
 
Unsere Kleider werden inspiziert und abgesaugt, damit wir ja nichts unerwünschtes einschleppen. Vor und nach jeden Landgang werden die Stiefel desinfiziert.
 
 
Das Expeditionsteam, darunter einige Wissenschaftler, bieten viele interessante Vorträge an. Etwa über Geologie, Glaziologie, das Leben von Walen, Pinguinen, Meeresvögeln etc.
Diese Vorträge werden gut besucht und helfen mit, der Natur dort mit einer gewissen Ehrfurcht zu begegnen.
 
Zwischen dem Kap Horn, dem südlichsten Teil Südamerikas und der Antarktis erstreckt sich die Drakepassage - dort wo Atlantik und Pazifik zusammenkommen. Diese Drakepassage ist berühmt berüchtigt wegen ihrer hohen Wellen und ihren Stürmen.
 
Wir haben Glück, ausser ein paar runtergefallenen Gegenständen und ein bisschen Schaukeln ist nicht viel zu merken.
 
Unsere Landgänge auf den Südshetlandinseln sind wunderschön, obwohl der Himmel verhangen ist.
Die Leute werden aufgeteilt. Während die einen an Land gehen, geniessen die andern eine Fahrt im Zodiac. So besteht die Möglichkeit sich zwischen Eisbergen und Eisschollen bewegen zu können.
 
Die antarktische Halbinsel ist unser nächstes Ziel. Dort besuchen wir vier verschiedene Orte. Vorgesehen waren sechs, aber das Wetter spielt nicht mit - Zuviel ein an Land und zu hohe Wellen.
Als "Entschädigung" ändert der Capitan auf der Rückfahrt seine Route und wir fahren sehr nahe am Kap Horn vorbei.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Zügelpinguine
 
 Eselspinguin
 
 
 
 
 



 
 Seehund
 
 
 
 
 Polarplunch - für Gestörte..0,73 Grad 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Orcas - selten zu sehen!
 
Orcas = Killerwale, sie fressen junge Robben, Pinguine...und andere junge Wale
 
 
 
 
 
 Kap Horn