Montag, 3. Februar 2020

Patagonien`s Seengebiet / Chile

Im Norden Patagoniens, zwischen Temuco im Norden und Puerto Montt im Süden liegt das Seengebiet. Dichte Südbuchenwälder umgeben tausende von Bergseen in allen Grössen und Farben. Darüber erheben sich schroffe Felsformationen, wild zerrissene Gletscherflächen und perfekte ebenmässige Vulkankegel.

Auf der chilenischen Seite gibt es viele Orte mit Seestränden aus schwarzem Vulkansand und etliche Thermen.

Auf der argentinischen Seite ist der herausragende Ort San Carlos de Bariloche gelegen am riesigen Lago Nahuel Huapi.

Wir haben diese wunderschöne Gegend per ÖV, zu Fuss und per Velo erkundet.

 
Gipfelpanorama cerro volcanico
 
 
 
Bambus oft bis 5 Meter hoch
 
Unterwegs zum Gipfel mussten 4 Bäche überquert werden
 
 
Rifugio Otto Melling unterhalb des Cerro Tronador (dieser darf nur mit Bergführer bestiegen werden - wir sparen diese Pesos für einen "attraktiveren Berg")
 
 
 
Riesige Südbuchen
 
Viel Wasser...
 
 
 
Die "Pampa Linda" von oben
 
 
 
 
 
 
 
Das Seengebiet zählt in Argentinien und in Chile zu den am dichtesten besiedelten Gebieten.
Der Grossteil der Menschen hier lebt vom Tourismus. Im Winter sind es die Skifahrer, im Sommer die Angler, Bergsteiger und Kletterer welche die Gegend besuchen.
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Ureinwohner des Seengebietes sind die "Mapuche" (Menschen der Erde). Sie sind es auch, welche sich am längsten gegen die europäischen Sidler gewehrt haben. So lange und hartnäckig, dass die argentinische Regierung 1879 einen Armeefeldzug gegen die Mapuche startete. Der sogenannte Wüstenfeldzug endete 1883 mit der fast vollständigen Ausrottung der Indianer.
Heute bieten Nachfahren der Mapuche auf Märkten selbstgemachte Souvenirs an. Ab und zu besetzten sie Land welches ihren Vorfahren weggenommen wurde. Wie z.B. Ende Dezember 2019 am Lago Mascardi bei Bariloche.
Ein trauriges Kapitel!
 
 
Als wir von der argentinischen Seite über einen 1300 m hohen Pass auf die chilenische Seite des Seengebietes fahren, erwartet uns ein Nebelmeer - wir staunen nicht schlecht!
 
Der Wind treibt die über dem Pazifik mit Feuchtigkeit angereicherten Luftmassen auf die Andenkordillere zu. Hier sind sie gezwungen aufzusteigen und kühlen sich dabei ab. Da kältere Luft weniger Feuchtigkeit speichern kann als warme, fängt es an zu regnen bzw. - in höheren Lagen - zu schneien. Die an den Westhängen der Anden gemessenen Niederschlagsmengen gehören zu den absoluten Spitzenwerten dieses Planeten!
Auf der Rückseite des Gebirges sinkt nun die trockene Luft ab und es entstehen die berühmten Fallwinde von denen ich schon berichtet habe.
 
 
 
Araukarien werden bis zu 40 m hoch und bis zu 1500 Jahre alt
 
 
 
 
 
 
 
unterwegs zum Vulkan Casablanca
 
 
 
 
Natürlich geformte Mauern aus Lava auf dem Weg zum Vulkan Quinquilil
 
 
 
 
 
Für die Besteigung des Vulkan Villarica auf eigene Faust, ohne Führer brauchen wir eine Bewilligung. Dazu müssen wir unsere SAC - Ausweise vorlegen und ein paar Pesos bezahlen.
Von den lokalen Führern werden wir kritisch beäugt und erst nachdem wir als erste auf dem Gipfel angekommen sind (d.h., den Weg selber gefunden haben) werden Sie freundlich und interessiert...
 
 
 
Es riecht penetrant nach Schwefel
 
 
 
 
 
Der Villarica ist auch ein Skigebiet - nicht mit geheizten 6er Sesseln...
Der letzte Ausbruch des Vulkans Villarica war 2015
 
Bei dieser Gelegenheit einige Infos über Chile:
 
Das Land zwischen Anden und Pazifik ist etwa 4300 km lang und maximal 200 km breit. Es beinhaltet alles von der trockensten Wüste der Welt im Norden über gemässigte Regenwälder bis zum eisigen, fast antarktischen Süden.
 
Die Osterinsel (Rapa Nui) 3700 km vom Festland entfernt im Pazifik liegend gehört ebenfalls zu Chile.
 
In Chile gibt es 2085 Vulkane. 50 davon sind aktiv.
 
Santiago in Zentralchile gelegen ist die Hautstadt. Hier leben 40 % der 17 Millionen Einwohner.
 
Mit der Entdeckung der Magellanstrasse 1520 begann die Eroberung Chiles durch die Spanier. Die Ureinwohner wurden praktisch ausgerottet.
In den Jahren 1885 - 1900 verwandelten nordamerikanische und deutsche Investoren die Atacamawüste im Norden Chiles in eine Goldgrube. Gold, Silber und Kupfer wurden und werden immer noch, im grossen Stil abgebaut. Die Schäden für die Umwelt sind verheerend...
1970 wird Salvador Allende der erste demokratisch gewählte Präsident. Drei Jahre später stürzt ein Militärputsch die Regierung - von da an ist General Pinochet der unerbittliche Diktator des Landes. Bis 1989 dauert die Macht Pinochets und einige Jahre dauert es, bis sich das Land von seinen Einflüssen erholt hat. Heute ist Chile dabei sich aufzurappeln. Immer wieder gibt es Demonstrationen gegen verschiedene Missstände. Doch gibt es doch wenigstens freie Wahlen und Mitspracherecht.