Mittwoch, 11. März 2020

Zentrale Anden, Mendoza

Bevor wir das Seengebiet endgültig verlassen, fahren wir noch zum Lago Huechulafquen am Fuss des Vulkans Lanin. Hier unternehmen wir zwei schöne Wanderungen und geniessen die eindrückliche Natur.

 
 
 
 
Ein Weg mit Brücke - Luxus!
 
 
 
 
Von Junin de los Andes fahren wir nordwärts, zuerst auf der legendären Routa 40, dann westwärts Richtung Anden. Hier, dicht an der chilenischen Grenze liegt Caviahue ein idyllisch gelegenes Skiegebiet am Lago Caviahue. Die Skilifte reichen weit hinauf zum Vulkan Copahue, welcher ziemlich aktiv ist. Die letzte grössere Erruption war im Jahr 2013.
 
Weiter geht`s nach Copahue, ein auf über 2000 m gelegener Thermalbadeort. Diese Bäder sind nur im Sommer geöffnet. Trotz der sommerlichen Hitze tummeln sich einige Leute im Wasser und im Schlamm - wir lassen es bleiben - wenn das Wasser kühl wäre, ja, dann gäbe es keinen Grund zum Zögern.
 
 
 
 
unser Frühstücksplatz mit Blich auf Caviahue
 
 
 

 
 
Nicht weit vom Thermalbadeort entfernt liegt der Wasserfall "Cascada del agrio", ein eindrückliches Naturschauspiel.

 
 
 
 
 
 
 
 


Weiter geht es durch Vulkangestein geprägte Landschaften bis nach Chos Malal, eine kleine Stadt mitten in der kargen, trockenen Umgebung. Sie liegt am Zusammenfluss von Rio Neuquen und Rio Curi. Chos Malal bedeutet auf Mapuche "Gelber Felsen". Rundherum hat es nicht nur gelbe, sondern auch violette, rote, grüne, okerfarbene und schwarze Felsen - für unsere Augen ein ungewohntes Bild.
 
 
 
Die Strecke von Chos Malal nach Malargüe legen wir wieder auf der Routa 40 zurück. Die Strasse ist teilweise in katastrophalem Zustand, so dass wir nur langsam vorwärts kommen.
Hier in dieser Gegend gibt es mehr Vulkankegel als anderswo auf der Welt (über 800). Die Landschaft ist faszinierend. Das Licht ist sehr grell. Deshalb ist es schwierig gute Aufnahmen hinzukriegen (für uns Laien).
Die Gegend ist zwar wunderschön, doch die Sonne zeigt sich von ihrer unbarmherzigen Seite. Als wir einer einsamen Fahrradfahrerin begegnen, welche unter Sonnenhut und langärmliger Kleidung hervorlugt, bin ich froh um unser komfortables Fortbewegungsmittel!

 
 
Luft ablassen um Schläge aufzufangen...es holpert ganz schön...
 
 
 
 
 
In Malargüe stellen wir uns wieder einmal auf einen Campingplatz damit wir uns in Ruhe "ausbreiten" können, d.h., alles ausräumen, putzen etc. die langen Fahrten über Schotterpisten haben ihre Spuren hinterlassen.....

In Malargüe gibt es ein Planetatium und ein Observatorium, hier werden auf 3000 km2 Messungen im Bezug auf Luftschauer gemacht, das sind Messungen der Teilchen welche aus der Athmosphäre auf die Erde prallen und dabei neue Teilchen erzeugen.

Auf einer Velotour durch diese wüstenähnliche Gegend sehen wir einige dieser Messtationen und lernen zwei Mitarbeiter des Observatoriums kennen..

Nicht weit entfernt von Malargüe (mit argentinischen Ellen gemessen), liegt der Skiort Las Lanas. Hier werden jährlich Weltcuprennen durchgeführt. Wir fahren jedoch nicht wegen den Skiort hierher, sondern wegen der weiter oben gelegenen Laguna Hermoso. Hermoso heisst "Schön" - schön ist es hier wirklich!
4x4 sei Dank...die Strasse hat`s in sich...
 
 
 
 
 



 
 
 
 


Unterwegs zu unserem nächsten Ziel, Mendoza, befahren wir den Canyon Atuel. Wieder bleibt uns nichts anderes übrig als einfach nur zu staunen: Unglaublich diese Farben und Formen hervorgebracht durch die Natur.

 
 
 
 
 
 
Am Ende des Canyons liegt San Rafael. Hier bleiben wir nur kurz.

Polizeikontrollen
gibt es hier oft. Praktisch jeder Ort, und sei er noch so abgelegen, hat am Ortseingang einen Polizeiposten. Manchmal werden wir angehalten und unsere Ausweise werden angeschaut. Oft werden wir einfach durchgewunken. Nicht so heute:
Wir werden angehalten, zeigen unsere Ausweise und erhalten diese wieder zurück. Dann sagt der Polizist etwas mit unserem "Luz", Licht, sei nicht in Ordnung. Das gebe eine Busse von 17 000 Pesos. Da das Licht unseres Fahrzeugs einwandfrei funktioniert und auch eingeschaltet war beim Fahren, sagen wir ihm, dass wir das nicht in Ordnung finden - eine Diskussion entsteht. Irgendwann kommt seine Vorgesetzte angefahren (ohne Licht am Auto) und vermittelt. Sie verhält sich so, dass der Polizist sein Gesicht wahren kann (Sie sagt: "Die Provinz Mendoza hat andere Regeln als das übrige Argentinien") und so, dass wir unbehelligt weiterfahren können.

In Mendoza angekommen fahren wir direkt in den Parque San Martin, eine 420 ha grosse grüne Oase mitten in der Stadt.
Im Park, ganz oben auf dem grünen Hügel thront die Statue San Martin. Schon öfter haben wir uns gefragt was es wohl mit diesem San Martin aufsich hat, weshalb es in jedem Dorf eine Avenue San Martin gibt und weshalb diese oft die Hauptstrasse des Dorfes ist.
Hier erhalten wir die Antwort: Unter Führung des General José de san Martin im Kampf gegen die spanische Herrschaft gelangen weite Teile Argentiniens zu ihrer Unabhängigkeit von Spanien (1810 - 1816). Der Legende nach hat General san Martin von Mendoza aus die Grenze Richtung Anden "ausgesteckt".

 
 


Mendoza ist eine quirlige Stadt mit breiten baumbestandenen Strassen, malerischen Plazas und vielen Cafés und Läden zum Bummeln. Mendoza ist eine Wüstenstadt, aber man merkt es nicht. Entlang der Strassen verlaufen Bewässerungsgräben und tränken so die Bäume. Imposante Brunnen zieren die Plätze. Rund um Mendoza liegen unzählige Weingüter. Auch Olivenöl wird hier produziert - und das alles mit Hilfe künstlicher Bewässerung. Dieses System der Bewässerung stammt von den Inkas welche ihr riesiges Reich bis hierhin ausgedehnt hatten.

Bewässerungskanäle
 
Im Park San Martin
Es ist heiss hier, wir suchen uns einen Platz mit Pool - cool!!
 
 
Bergsteiger verbinden mit dem Ort Mendoza unweigerlich den Name Aconcagua, der höchste Berg Amerikas, 6960 m hoch.
In die Nähe des Berges kommt man nur durch den Parque Aconcagua und auch nur organisiert durch eine Agentur. Wir sind Ende Februar hier angekommen und die Entscheidung, wenigstens zum Basecamp hochzusteigen, wird uns schnell abgenommen - die Saison ist zu Ende. Es gibt keine Touren mehr ab Mitte Februar.
Trotzdem fahren wir zum Eingang des Parks am Pass Cristo Redentor, der wichtigsten Verbindung nach Santiago de Chile. Die Passstresse ist gut ausgebaut und sehr befahren. Heute gibt es im obersten Teil einen Tunnel.
Man kann jedoch die alte Passstrasse hochfahren, zum höchsten Punkt von 3832 m. Oben erwartet  einem eine riesige Christusstatue (die Statue Cristo redentor, Christus der Erlöser). Sie wurde 1902 errichtet nachdem Grenzstreitigkeiten zwischen Chile und Argentinien beigelegt worden waren.
 
 
 
 
 
Weiter unten an der Passstrasse auf 2700 m liegt die "Puente del Inca". Die Brücke ist kein Bauwerk der Inkas, sie hat ihren Namen nur von der Vermutung, dass man glaubt, die Inkas seien bis hierhin vorgedrungen. In Wirklichkeit ist sie ein natürlicher Bogen der durch Erosion gebildet wurde. Dieser Bogen spannt sich 47 m hoch und 28 m breit über den Rio Mendoza. Dort entspringt auch eine stark schwefelhaltige Quelle. Früher war hier ein Thermalbad, aber ein Erdrutsch hat das Badehaus einstürzen lassen.
 

 
 
 
 
 
 
Hier, nahe der Puente del Inca beginnt auch der Aufstieg zum Cerro Penitentes 4327 m hoch, den wir anderntags unter die Füsse nehmen
 
 
 
 
 
 
 
Wir fahren weiter zurück Richtung Mendoza und bleiben am Lago Potrerillos hängen. Hier, direkt am See lassen wir uns nieder und schauen den Kitesurfern zu. Wir beobachten wie Juani Guzzi (ein begnadeter Lehrer) eine Schülerin instruiert und fragen ihn, ob er Lust und Zeit hätte uns die Kunst des Kitesurfens beizubringen.
Lust hat er, mit der Zeit happert es ein wenig, aber die ersten Schritte kann er uns zeigen...
 
 
Schritt für Schritt - zuerst an Land..
 
 
 
dann im Wasser noch ohne Board...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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