Südostküste Argentiniens bis Ushuaia
Nachdem wir die Halbinsel Valdés mit ihren Walen und Pinguinen verlassen haben, erledigen wir ein paar praktische Dinge wie putzen, einkaufen und Wäsche zum Waschen bringen. Wie wir da so auf dem Parkplatz stehen, machen wir Bekanntschaft mit einer lustigen Autoputztruppe. Natürlich hat auch das Bluemonster etwas Pflege nötig....
Danach geht es weiter Richtung Süden. Immer schön der Route 3 folgend. Einmal fahren wir einen 126 km langen (für hiesige Verhältnisse: kurzen) Umweg um noch einmal ans Meer zu kommen. Dort, in Puerto Deseado, bleiben wir zwei Nächte und machen eine interessante Küstenwanderung welche uns zu Canions führt.
Auf dem Rückweg zur Routa 3 wählen wir eine unasphaltierte "Abkürzung" durch karge Steppen-und Canionlandschaft. Links und rechts weiden Guanacos und manchmal ist eine Schafherde auszumachen.
Uns es sein noch erwähnt: Nicht alle Abkürzungen erweisen sich im Endeffekt als schneller...
Weiter geht es durch Pampas. Die Landschaft wird immer karger, das Gebüsch immer kürzer, die Lagunen mit den darin watenden Flamingos und die Guanacos zahlreicher.
Nach zwei Tagen kommen wir an die chilenische Grenze. Die Chilenen nehmen es genau: Salami und Eier werden uns abgenommen - keine tierischen Produkte, kein Obst und Gemüse dürfen eingeführt werden.
Bald nach der Grenze überqueren wir bequem auf der Autofähre die berühmte Magellanstrasse. Die Stelle ist schmal sodass wir in einer halben Stunde am andern Ufer angelangt sind.
Nun sind wir auf Feuerland, eine riesige Insel. Terra del Fuego ist der klangvolle spanische Name dafür. Feuerland war lange Zeit isoliert. 6000 Jahr lang lebten die Ureinwohner, die Yaghan, ohne Kontakt zur Aussenwelt. Diese Menschen waren leicht bekleidet und unterhielten überall Feuer, sogar auf ihren einfachen Booten - daher der Name Feuerland. Im Jahr 1870 machte sich die britische Missionsgesellschaft daran die Yaghan zu bekehren. Mit den Missionaren kamen auch Krankheiten gegen deren Erreger die Ureinwohner keine Abwehrstoffe hatten. Viele starben daran oder sie wurden von Robbenjägern, Goldsuchern oder Siedlern attackiert.
per Fähre nach Feuerland
In Feuerland angekommen übernachten wir in einen chilenischen Dorf welches mit Ölförderung zu Wohlstand gelangt ist. Dort dürfen wir direkt vor der Touristeninformation übernachten und deren Infrastruktur benützen.
Einen Tag später sind wir bereits wieder an der Grenze - es geht wieder nach Argentinien. Der Grenzübergang ist mitten in der Einöde etwa zehn Kilometer weg von der Ausreisestelle der Chilenen. Diesmal wird unser Fahrzeug geröngt. Wie sich herausstellt sind wir das Versuchskaninchen. Etwa drei, vier Uniformierte stehen da und schauen zu wie das Ganze funktioniert.
Bevor wir die letzten Kilometer nach Ushuaia, ganz im Süden zurücklegen, legen wir eine Pause in einem Dorf am riesigen Lago Fagnano ein.
Natürlich machen wir hier eine Wanderung.
Beim Laufen durch Dörfer ist es hier ganz normal, dass einen streunende Hunde anbellen und "verfolgen".
Doch was hier passiert ist speziell. Ein Hund am andern rennt auf uns zu. Wir reden mit ihnen, berühren sie nicht, füttern sie nicht. Trotzdem begleiten sie uns auf unserer vierstündigen Wanderung. Wenn wir stehen bleiben, warten sie, gehen wir weiter, kommen sie mit. Man könnte meinen sie gehören zu uns.
Vor Ushuaia muss ein ca. 400 m hoher Pass überquert werden. Dort oben erwartet uns ein später Wintereinbruch.
Wir laufen viel in der Umgebung der Hafenstadt und im angrenzenden Nationalpark Tierra del fuego.
Im Nationalpark gibt es den "Tren del fin del Mundo". Ursprünglich diente der Zug als Transportmittel für die Strafgefangenen in ihre Arbeitslager. Zwischen 1884 und 1947 diente die so weit im Süden gelegene Stadt dem Staat als Strafkolonie. Politische Gefangene und sehr gefährliche Kriminelle wurden am Ende der Welt inhaftiert.
Heute ist Ushuaia eine aufblühende Stadt mit breitem Outdoorangebot für Touristen und der Hafen ist ein wichtiger Abfahrtort für Schiffe in die Antarktis.




Liebe Ursula und lieber Fritz
AntwortenLöschenSuper Beitrag über die Antarktis und natürlich über die bis heute erlebte Reise. Wir sind immer gespannt auf die neuen Beiträge, ein bisschen Neugierig darf man ja bestimmt sein!
Auch schön zu lesen, dass es Euch so gut geht! Die Bilder sprechen für sich, gerne wären wir natürlich dabei gewesen!
In der Schweiz ist es auch kalt geworden, die Bäume verlieren das schön gefärbte Laub und die ersten Schneeflocken drangen auch schon ins Tal. Langsam kommt Weihnachtsstimmung auf, in den Läden gibt es bereits alles zu kaufen, was das Herz begehrt...*lach.
Geniesst weiterhin das Entdecken, Wandern in unbekannten Gebieten und das Entdecken neuer Kulturen.
Wir freuen uns, bald wieder von Euch zu lesen!
Liebs Grüessli us em schöne Hägedorf
Doris und Hans