Samstag, 17. Januar 2026

Ecuador, Teil 1

Die erste Nacht in Ecuador verbringen wir im Arenillas Nationalpark, mitten in einem tropischen Trockenwald. Ein tropischen Trockenwald ist ein Waldökosystem, das sich durch einen deutlichen Wechsel zwischen einer feuchten Regenzeit und einer langen trockenen Phase auszeichnet. Pflanzen und Tiere hier haben spezielle Anpassungen entwickelt, z.B. Wasserspeicherung in den Stämmen und das Abwerfen von Blättern.

Bei der Ranger-Station dürfen wir stehen:


 Guayaquil - Hörnchen:


Termitennest:


Von hier aus fahren wir Richtung Nordosten. Zuerst befinden sich links und rechts riesige Bananenplantagen - ob die Bananen, erhältlich bei den schweizerischen Grossverteilern von hier stammen?

Mit jedem Kilometer den wir zurücklegen geht es aufwärts - die Landschaft verändert sich stetig, mal felsig, mal üppig bewachsen.

Eigentlich wäre die Stadt Cuenca unser Ziel. Doch ca. 20 km vor Cuenca beschliessen wir spontan, zu bleiben. Die Gegend erinnert an den Jura und es scheint, als ob man hier gut wandern und radfahren könnte.

Was auffallend ist: Die Häuser hier sind fertig gebaut und es liegt viel weniger Müll herum als in Peru.




Im Dorf findet eine Prozession der für uns eher ungewohnten Art statt:





Auf die Frage für wen diese Lebensmittel seien, kommt die Antwort:
"sie sind für Jesus"


Na dann hoffen wir mal, dass Jesus kein Vegetarier ist...

Es gibt auch Kostüme, ähnlich wie bei uns im Wallis oder Appenzell. Sie dienten in Zeiten des Kolonialismus dazu, die Spanier zu erschrecken:

Die gleichen Masken prangen an der Hauswand unserer Platzbesitzerin. Sie ist stolz auf ihre indigenen Wurzeln:



An der Prozession sieht man auch Frauen und Männer mit der hier typischen Kleidung -
die Frauen im Faltenrock mit schöner Borde und Hut, die Männer im Poncho:



Nachdem wir der Prozession eine Weile zugeschaut haben fahren wir los, hoch zum 
Cajas - Nationalpark.
Hier bei der Ranger-Station auf 3950müM. dürfen wir stehen.


Die Höhe macht sich auf verschiedene Weise bemerkbar:


Der Cajas - Nationalpark besteht aus gebirgiger Anden - Graslandschaft mit hunderten von Seen die in der rauen, unwirklichen Landschaft wie Juwelen funkeln.

Wir geniessen das Wandern hier in vollen Zügen!



Teilweise begegnen wir keinem Menschen und es ist nicht ruhig, es ist sehr still hier.




Kein anderer Baum wächst auf so grosser Höhe wie der Polylepsis (Papierbaum).
Hier befinden sich einige der höchst gelegenen Wälder des Planeten.




Auch spezielle Blumen gibt es hier:



Nach vier tollen Tagen und drei ruhigen Nächten (wir haben trotz der Höhe sehr gut geschlafen), fahren wir nun in die Stadt Cuenca 2530müM.

Das historische Zentrum von Cuenca, der drittgrössten Stadt Ecuadors, stammt aus dem
16 Jhd. und ist eine UNESCO - Welterbestätte.
Die belebte Altstadt ist voller Läden, Cafés und Restaurants und es gibt mehrere Märkte durch die man gemütlich schlendern kann.



und natürlich gehört "käfälä" zum schlendern dazu, in einem Café mit spezieller Deko:



In einer Markthalle werden nicht nur frische Lebensmittel zum Kauf angeboten - hier kann
man nebenbei gleich noch einer Messe beiwohnen...


Unser Domizil hier in der Stadt liegt Nahe an einem der Flüsse welche die Stadt queren.
Es gibt einen tollen Radweg entlang des Flusses - für uns eine zweite, willkommene Möglichkeit die Stadt zu erkunden.

Einen Tag lang sind wir jedoch beschäftigt mit unserer Wasserpumpe. Fritz mit Schraubenzieher und Inbusschlüssel direkt am Übel, ich am Computer auf der Suche nach Anleitungen und Tipps.
Wir schaffen es, dass die Pumpe nach Gebrauch wieder abstellt (was sie nicht mehr tat), aber der Wasserdruck fällt bereits nach einem Liter Bezug drastisch ab. Wir sind ziemlich ratlos -
sollen wir uns eine neue Pumpe aus Europa schicken lassen oder mit dem Übel leben?
Wir entscheiden uns dafür, erst einmal damit zu leben und zu schauen wie das für uns ist.

Unterwegs an einer Lagune:


Hier gibt es auch ein Toilettenhäuschen mit Licht und allem was es braucht:



Wir fahren weiter, hoch zum Fusse des Chimborazo, dem höchsten Vulkan dieses Landes - er ist 6267m hoch.
Wir stehen bei einer Bergsteiger-Lodge auf auf 3840m. Es ist kühl, windig und neblig. Den Gipfel des Chimborazo bekommen wir nie zu sehen.
Zusammen mit Jose, einem Führer der indigenen Gemeinschaft, wandern wir zum 
"Templo Machay" 4660müM., eine Höhle die seit Hunderten von Jahren von den
Puruha - Indianern für ihre Glaubensrituale benutz wird.



Im Innern der Höhle:




Durch gebirgige Landschaften fahren wir weiter nach Banos. Banos liegt in einem grünen Tal umgeben von steilen Hängen an denen vielerorts Wasserfälle sprudeln.







Auch spezielle Gebäude gibt es hier:




Der aktivste Vulkan Ecuadors, der Tungurahua thront über dem Tal. Wir bekommen ihn nie zu Gesicht, auch er hüllt sich in Nebelschwaden und Wolken.
Langsam fragen wir uns, ob diese Vulkane überhaupt existieren...?😉
Es gibt hier unzählige Mirador`s - Aussichtspunkte von denen aus man der Aktivität des Vulkans zuschauen könnte.
Wir steigen eine steilen Weg hoch zum Mirador Diamante, einer riesigen Metallkonstruktion mit Glasboden welche 35 Meter über den Abgrund herausragt.







Am letzten Tag hier besuchen wir eines der Thermalbäder, deren Wasser direkt von heissen Quellen aus der Umgebung kommt. Deswegen vermutlich der Ortsnamen "Banos"


2 Kommentare:

  1. Super schöne Bilder und auch super toller Text. Vielen Dank für die interessanten Angaben und weiterhin viel Spass. Ganz liebe Grüsse Heinz

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  2. Danke für die Blumen - auch dir eine gute Zeit!

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