Schiffsreise
"Grande Francia" ist der Name des Frachters mit dem wir reisen. Wir, und 10 andere Passagiere, welche ebenfalls individuell den südamerikanischen Kontinenten bereisen wollen. Eine Familie aus Frankreich, ein Paar aus Deutschland und drei Paare aus der Schweiz.
Auf dem Frachter werden wir sehr freundlich empfangen von der italienischen Crew, welche auf der Brücke arbeitet und der mehrheitlich philippinischen Crew, welche unter Deck arbeitet. 
Während der ganzen Reise besteht dieser freundliche, wohlwollende Umgang.
Die fixen Essenszeiten geben schon mal Struktur in den Tag, den Rest plant sich jeder selber. Die Zeit wird vertrieben mit einfach auf Deck sein und das Meer beobachten (es hat erstaunlich viele Facetten!), sich im Fintesskeller abmühen, lesen, stricken, spanisch lernen, Tischfussball spielen etc.
Wir werden fürstlich bekocht von Rico und seinen Gehilfen. Wir alle sind ob der Vielfalt sehr überrascht!
Es gibt viel zu sehen auf Deck, so bereits am zweiten Tag ein paar Gruppen Delfine und Wale, massenhaft fliegende Fische vor Afrikas Küste und vor Brasilien noch einmal Wale und Delfine.
Acht Häfen werden angefahren (siehe Reiseroute). An den Häfen herrscht reger Betrieb - erstaunlich, was da alles aus dem Bauch des Schiffes gefahren wird: Unzählige Neuwagen, Teile von riesigen Kranen, Zugwagons von Stadler Rail, ein Helikopter und am ersten Hafen in Dakar, Senegal, ein Haufen Schrott!! Ich kann es nicht anders ausdrücken - Autos, Lastwagen, welche in Europa nicht mehr gefahren werden dürfen werden dorthin verfrachtet und verdrecken einfach dort die Luft - aus den Augen, aus dem Sinn!
Die Überquerung des Atlantiks dauert nur fünf Tage und verläuft sehr ruhig, kaum Wind, kaum Wellen - irgendwann überqueren wir den Äquator - die befürchtete Äquatortaufe bleibt glücklicherweise aus (es gab da Gerüchte von nicht sehr angenehmen "Taufritualen").
Was wirklich Zeit in Anspruch nimmt ist das Warten vor den Häfen, oft treiben wir einen ganzen Tag dahin, bis wir endlich in den Hafen dürfen. Beim ersten Mal ist das sehr ungewohnt, weder zu fahren, noch zu ankern sondern einfach so zu "floaten" wie es von der Crew genannt wird. Beim Floaten ist es jeweils sehr laut auf Deck und die meisten halten sich in den Kojen auf.
Hier ein paar Impressionen von verschiedenen Häfen:
Vittoria
Landgänge unsererseits müssen beim Kapitän angefragt werden und werden oft in letzter Minute bewilligt. In Dakar gehen alle raus, die Franzosen besuchen Freunde, wir andern fahren zur nahe gelegenen Insel Gorée.
Ich bin darüber erschrocken wie wenig sich seit meinem letzten Besuch in Afrika vor bald 30 Jahren verändert hat und alte Diskussionsthemen über die Folgen der Kolonialisierung und der Sklaverei die das Verhalten dieser Menschen geprägt haben, kommen wieder auf.
Ich bin darüber erschrocken wie wenig sich seit meinem letzten Besuch in Afrika vor bald 30 Jahren verändert hat und alte Diskussionsthemen über die Folgen der Kolonialisierung und der Sklaverei die das Verhalten dieser Menschen geprägt haben, kommen wieder auf.
Der erste Hafen in Brasilien liegt weit weg von einer Ortschaft, da bleiben alle an Bord. An den darauffolgenden Häfen bleiben einige, andere vertreten sich die Füsse auf festem Boden.
Landgänge:
Nachdem wir einen Tag lang im Becken des Rio de la Plata "gefloatet" haben - die ganze Zeit über das Endziel Montevideo vor Augen, geht es den Rio Plata stromaufwärts nach Zarate, Argentinien. Die Fahrt dort hoch ist sehr imposant Die Einfahrt des Flusses ist etwa so breit wie der Rhein, das ist sehr speziell zu erleben auf diesem grossen Kahn.
Der Aufenthalt in Zarate und die Rückfahrt auf dem Fluss dauern eine gefühlte Ewigkeit und endlich: Am 21. September legen wir in Montevideo an.
Der Abschied von der Crew ist sehr herzlich. Wir Reisende fahren zum nahegelegenen Leuchtturm wo wir noch zwei Nächte bleiben - jeder auf seine Weise beschäftigt mit Einkaufen, Gas organisieren und das Fahrzeug reisebereit zu machen.
Nach und nach löst sich die Gruppe, jeder geht seinem eigenen Abenteuer entgegen.
Uruguay
"Die Schweiz Südamerikas" so wird Uruguay auch genannt. Hier kriegt man noch alles was das Herz begehrt, die Strassen sind gut. Die Menschen denen wir begegnen ausserordentlich freundlich und aufgeschlossen.
Seit den 80er Jahren ist Uruguay politisch stabil. Die Jahre davor waren auch hier, wie in andern südamerikanischen Ländern, geprägt von der Einwanderung europäischer Sidler und ihren Machtkämpfen und den Militärdiktaturen welche sich nach deren Herrschaft bildeten.
Auf einer Fläche von 176215 km2 kommen gerade mal 3,4 Mio. Einwohner. In der Hauptstadt Montevideo lebt ein grosser Teil davon. Landwirtschaft, vor allem Viehzucht ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Viele Rindfleischstücke von hier landen auf den Tellern Europas.
Montevideo ist eine Stadt mit zwei Gesichtern - im Zentrum und Richtung Osten monströs und herausgeputzt und auf der Westseite dreckig und sehr einfach.
Diesen verarmten Teil befahren wir auf der Suche nach jemanden der den Gastank unseres Autos befüllt (was inzwischen verboten ist, wie wir erfahren). Tatsächlich werden wir fündig und sehr zuvorkommend behandelt.
Mate - das Nationalgetränk Uruguays und Argentiniens, wird unter Freunden getrunken und manchmal auch Fremden angeboten..
Wir kehren Montevideo den Rücken zu und fahren Richtung Osten nach Punta del Este und la Palma. Danach geht`s ins Landesinnere wo wir auf 300m Höhe zum ersten Mal unsere Bikes bewegen.
Von dort geht es weiter nach Argentinien.







So schön, freuen uns schon auf Bilder.
AntwortenLöschenUmarmung zurück! :)
AntwortenLöschenLg Tabea
LöschenAlles Liebe zum Geburtstag Ursula!! Ich wünsch dir Freude und Gesundheit. Sei umarmt und gutes Ankommen da drüben weit weg :-) Angelika
AntwortenLöschenWow so tolle Bilder an denen ihr uns teilhaben lässt. Spannend auch eure Kommentare und Eindrücke. Es scheint, dass ihr angekommen seid in eurem Abenteuer der Welt.
AntwortenLöschenHier ist es kühler und am Juraweg und an der Walki sind wir am „Lauben“. Lg aus Kölliken.